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Reportage

5.8.2026, Yvonne Russi

Ausgeklappert? Noch lange nicht.

Von grossen Kämpfen, kleinen Küken und einem leeren Horst

Die drei Jungstörche kurz vor Sonnenaufgang auf dem Horst in Glattfelden

Die drei Jungstörche kurz vor Sonnenaufgang auf dem Horst in Glattfelden

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Am Morgen des 18. April war Judith plötzlich verschwunden. Ein fremder Storch hatte den Horst angegriffen. Als Gottfried zurückkehrte, sass er allein auf fünf Eiern. Stundenlang wusste niemand, ob Judith den Angriff überlebt hatte. Tausende verfolgten die dramatischen Bilder live und bangten mit.

Auch in diesem Jahr erweiterten Judith und Gottfried ihr imposantes Nest auf dem alten Spinnereikamin.

Auch in diesem Jahr erweiterten Judith und Gottfried ihr imposantes Nest auf dem alten Spinnereikamin.

Am frühen Nachmittag dann die grosse Erleichterung: Judith kehrte zum Horst zurück und übernahm wenig später wieder die Brut. Die aussergewöhnlichen Aufnahmen sorgten weit über Glattfelden hinaus für Aufsehen. Regionale Zeitungen, Newsportale und auch TeleZüri berichteten.

Doch der Reihe nach.

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Ein Frühling auf dem Spinnereikamin

Ende Februar kehrten Judith und Gottfried nach Glattfelden zurück. Kaum hatten die beiden ihren Horst auf dem alten Spinnereikamin bezogen, richteten sich wieder unzählige Blicke auf das Nest. Dank der Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender konnte die StorchenCam auch in diesem Jahr betrieben werden. Die Licht- und Kraftwerke Glattfelden, LKWG, spendierte einen Glasfaseranschluss und sorgte damit für eine noch stabilere Übertragung. Auch das Spendenziel war bereits nach kurzer Zeit erreicht. Ein schönes Zeichen für die grosse Verbundenheit mit dem Storchenpaar. Herzlichen Dank dafür!

Wintereinbruch am 1. April: Judith und Gottfried liessen sich auch vom Schnee nicht von der Brut abhalten.

Wintereinbruch am 1. April: Judith und Gottfried liessen sich auch vom Schnee nicht von der Brut abhalten.

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Zwischen dem 30. März und dem 5. April legte Judith fünf Eier. Die Brut verlief zunächst ruhig. Doch bereits in der Nacht auf den 3. April kündigte sich an, was diesen Frühling prägen sollte. Erstmals griff ein fremder Storch den Horst an. Judith verteidigte die Eier erfolgreich und brütete weiter. Zwei Wochen später folgte jedoch der Angriff, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellte. Judith blieb stundenlang verschwunden. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer befürchteten bereits das Schlimmste.

Ein besonderer Moment: Gottfried kümmert sich um die fünf frisch geschlüpften Küken.

Ein besonderer Moment: Gottfried kümmert sich um die fünf frisch geschlüpften Küken.

Fünf Küken. Und zwei schmerzliche Verluste.

Nach dem bangen Warten gab es endlich Grund zur Freude: Nach und nach schlüpften alle fünf Küken. Wer die Livebilder regelmässig verfolgte, konnte miterleben, wie aus kleinen Federbällchen neugierige Jungstörche wurden. Judith und Gottfried waren fast ununterbrochen unterwegs, um ihre hungrigen Jungen zu versorgen.

Aus fünf wurden drei: Die Jungstörche entwickelten sich prächtig und verbrachten noch einige Wochen gemeinsam auf dem Horst.

Aus fünf wurden drei: Die Jungstörche entwickelten sich prächtig und verbrachten noch einige Wochen gemeinsam auf dem Horst.

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Doch die Natur kennt auch Rückschläge. Ende Mai wurde das kleinste Küken von einem Altstorch aus dem Nest geworfen, einen Tag später starb ein weiteres Jungtier. Innerhalb von zwei Tagen schrumpfte die Schar von fünf auf drei. Viele litten vor den Bildschirmen mit und erlebten, dass das Leben in der Natur nicht nur schöne Momente bereithält.

Da staunten die beiden Geschwister nicht schlecht: Der Erste wagte den Sprung in die Luft.

Da staunten die beiden Geschwister nicht schlecht: Der Erste wagte den Sprung in die Luft.

Hilfsfelder Alt-Texte der Bilder 

Die drei Jungstörche kurz vor Sonnenaufgang auf dem Horst in Glattfelden

Auch in diesem Jahr erweiterten Judith und Gottfried ihr imposantes Nest auf dem alten Spinnereikamin.

Wintereinbruch am 1. April: Judith und Gottfried liessen sich auch vom Schnee nicht von der Brut abhalten.

Ein besonderer Moment: Gottfried kümmert sich um die fünf frisch geschlüpften Küken.

Aus fünf wurden drei: Die Jungstörche entwickelten sich prächtig und verbrachten noch einige Wochen gemeinsam auf dem Horst.

Da staunten die beiden Geschwister nicht schlecht: Der Erste wagte den Sprung in die Luft.

Die drei Jungstörche kurz vor dem Abschied vom Horst. Was blieb, waren unvergessliche Naturmomente.

Hier begann die Geschichte der Saison 2026. Und hier endet sie auch.

Nur eine Feder blieb zurück.

Der erste Flug. Und ein stiller Horst.

Die drei verbliebenen Jungstörche entwickelten sich prächtig. Mit jedem Tag wurden sie kräftiger, trainierten ihre Flügel und bereiteten sich auf den grossen Moment vor. Am 5. Juli war es so weit: Einer der drei wagte den ersten Flug, wenige Tage später folgten die beiden Geschwister. Die Ausflüge wurden länger, die Rückkehr ins Nest seltener. Am 16. Juli verliessen schliesslich alle drei gemeinsam den Horst.

Die drei Jungstörche kurz vor dem Abschied vom Horst. Was blieb, waren unvergessliche Naturmomente.

Die drei Jungstörche kurz vor dem Abschied vom Horst. Was blieb, waren unvergessliche Naturmomente.

Hier begann die Geschichte der Saison 2026. Und hier endet sie auch.

Hier begann die Geschichte der Saison 2026. Und hier endet sie auch.

Anfang August kehrt ein Jungstorch immer wieder zum Horst zurück und bettelt bei den Eltern um Futter. Ob es tatsächlich einer der drei Glattfelder Jungstörche war, liess sich nicht mit letzter Sicherheit klären.

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Nur eine Feder blieb zurück.

Nur eine Feder blieb zurück.

Auf dem alten Spinnereikamin ist es inzwischen deutlich ruhiger geworden. Dort, wo während Monaten gebrütet, gefüttert, gekämpft und geklappert wurde, ist das Nest tagsüber nur noch selten besetzt. Zurück bleiben Erinnerungen an eine aussergewöhnliche Saison: an dramatische Angriffe, fünf geschlüpfte Küken, schmerzliche Verluste und drei Jungstörche, die schliesslich ihre ersten Flüge wagten.

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Die Bilder aus dem Nest haben einmal mehr gezeigt, wie faszinierend und zugleich unberechenbar die Natur ist. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Sponsorinnen und Sponsoren, den vielen Spenderinnen und Spendern sowie allen, die die Saison mit ihren Beobachtungen, Fotos, Nachrichten, Briefen und Kommentaren begleitet haben.

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Wir freuen uns schon jetzt auf den kommenden Frühling, wenn über Glattfelden wieder das erste Klappern zu hören sein wird.

In den nächsten Tagen schicken wir die StorchenCam in den Winterschlaf.

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