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Während draussen auch um 20 Uhr noch 29 Grad Celsius gemessen wurden und das laufende WM-Spiel viele Menschen vor die Bildschirme lockte, fanden sich am Dienstagabend rund 50 Personen in der Mehrzweckhalle ein. Gemeinderat und Gemeindeverwaltung informierten über die geplante langfristige Unterkunft für Asylsuchende und Flüchtlinge im Wisengrund. Dabei wurde deutlich: Das Projekt wirft Fragen auf, stösst aber auch auf Interesse.
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Bereits vor Veranstaltungsbeginn versammelten sich einige Besucherinnen und Besucher im Foyer, wo die Pläne der vorgesehenen Gebäude ausgestellt waren. Kurz vor Beginn wurden in der Halle Getränke verteilt, die angesichts der hochsommerlichen Temperaturen dankbar angenommen wurden.
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Gemeindepräsident Marco Dindo erläuterte die Ausgangslage. Der Kanton fordert von Glattfelden aktuell die Unterbringung von 82 Personen. Zurzeit leben 48 Personen in der provisorischen Containerunterkunft im Eichhölzli, weitere 31 Personen sind in Wohnungen untergebracht.
«Das Modell Oberglatt hat den Gemeinderat überzeugt», erklärte Dindo. Vor einigen Wochen hatten Mitglieder des Gemeinderats, Verwaltungsangestellte, Verantwortliche aus dem Asylbereich, Vertreter der Rechnungsprüfungskommission sowie weitere Interessierte die Anlage in Oberglatt besichtigt. «Eine Nichterfüllung der Quote ist keine Option», hielt Dindo fest. Würde die Gemeinde die Vorgaben nicht erfüllen, wären für jede fehlende Person täglich 120 Franken an den Kanton zu bezahlen.
Entwicklung der Einwohnerzahl und des Kontingents von 1.5 Prozent bis 2031.
Wohnqualität statt Provisorium
Vorgesehen sind beim Wisengrund zwei dreigeschossige Wohnhäuser mit Platz für insgesamt 96 Personen. Die Kapazität liegt damit leicht über dem aktuell geforderten Kontingent. Sie könnten bei Bedarf beispielsweise auch Einwohnerinnen und Einwohnern zugutekommen, die aufgrund einer Notlage kurzfristig eine Unterkunft benötigen.
Die Zimmer sind für jeweils drei Personen ausgelegt und verfügen über eine Fläche von 13,1 Quadratmetern. Je neun Bewohnerinnen und Bewohner teilen sich eine Küche, eine Nasszelle und einen Aufenthaltsraum. «Das ist kein Luxusprojekt», wurde während der Präsentation betont. Gemäss den Verantwortlichen sollen die Räume mit Möbeln von Ikea eingerichtet werden.
Als weitere Argumente für den Fertigelementbau nannten die Verantwortlichen die Wohnqualität und die Betriebskosten der heutigen Unterkunft. Die Containeranlage im Eichhölzli sei ursprünglich nicht als dauerhafte Lösung gedacht gewesen. Bei starkem Regen komme es vereinzelt zu Wassereintritt. Zudem werde die Unterkunft vollständig elektrisch beheizt. Allein in den Wintermonaten würden dafür Heizkosten von rund 10’000 Franken pro Monat anfallen. Mit dem Neubau sollen die Wohnbedingungen verbessert und die Betriebskosten langfristig gesenkt werden.
Auch die Betreuung soll einfacher werden. Heute sind die Asylsuchenden auf verschiedene Standorte verteilt. Künftig könnten sie an einem Ort untergebracht und begleitet werden. Läuft das Projekt planmässig, könnte der Bezug der neuen Gebäude im August 2028 erfolgen.
Grundriss mit den vorgesehenen Wohneinheiten.
Kosten und Parkplätze beschäftigen die Bevölkerung
In der Fragerunde zeigten sich vor allem zwei Themen: die Kosten des Projekts sowie die Parkplatzsituation beim Schwimmbad.
Mehrere Fragen drehten sich um die Investitionskosten von 6,6 Millionen Franken. Ein Besucher rechnete vor, dass dies rund 68’000 Franken pro Bewohnerplatz entspreche und damit über den Vergleichswerten aus Oberglatt liege.
Die Referenten erklärten, dass dieser Unterschied mehrere Ursachen habe. In Glattfelden seien mehr Wohneinheiten mit zusätzlichen Küchen und Nasszellen vorgesehen. Zudem seien in den ausgewiesenen Kosten der Landwert und die Möblierung enthalten. Vor allem der Landwert lasse die Kosten höher erscheinen, obwohl dadurch keine direkten Ausgaben entstehen.
Ebenfalls angesprochen wurde die Parkplatzsituation rund um das Schwimmbad. Eine Besucherin gab zu bedenken, dass auf dem Areal der heutigen Garage Iten ein Mehrfamilienhausquartier entstehen soll und mit der neuen Unterkunft weitere Parkplätze wegfallen würden. Bereits heute komme es an heissen Sommertagen zu Engpässen. Sie wollte deshalb wissen, welche Überlegungen sich der Gemeinderat zur künftigen Parkplatzsituation gemacht habe.
Die Verantwortlichen verwiesen darauf, dass die Detailplanung noch ausstehe. Als mögliche Option wurde die Nutzung bestehender Flächen beim Kunsthaus genannt. Zudem liege direkt vor dem geplanten Gebäude eine Bushaltestelle. Es sei denkbar, dass künftig mehr Besucherinnen und Besucher mit dem öffentlichen Verkehr oder dem Velo anreisen würden. Eine definitive Lösung konnte an diesem Abend noch nicht präsentiert werden.
Auch die Zahl der vorgesehenen Parkplätze bei der Unterkunft wurde angesprochen. Es sind drei Parkplätze sowie ein Behindertenparkplatz vorgesehen. Diese sollen in erster Linie den Mitarbeitenden zur Verfügung stehen. Asylkoordinator Blerim Begzati präzisierte: «Die Bewohner des Flüchtlingsunterkunft haben keine Autos.» Die Fahrzeuge, die man beispielsweise an Sonntagen sehe, gehörten meist Besuchern. Deshalb gehe man davon aus, dass die geplante Anzahl Parkplätze ausreiche.
Der Situationsplan zeigt die Anordnung der beiden Gebäude sowie der Parkplätze.
Projekt noch am Anfang
Zu Beginn der Fragerunde wurde zudem nach der Vergabe der Planungs- und Bauarbeiten gefragt. Die Verantwortlichen stellten klar, dass noch kein Auftrag vergeben worden sei. Sämtliche Vergaben würden gemäss den gesetzlichen Vorgaben erfolgen. Das anwesende Planungsbüro präsentierte lediglich ein mögliches Konzept und verfügt über keinen Auftrag als Generalunternehmer.
Nach rund 50 Minuten endete die Veranstaltung. Mit dem Informationsabend ist der politische Prozess nun lanciert. Als Nächstes steht am 28. September 2026 die vorberatende Gemeindeversammlung auf dem Programm. Über das Projekt entscheidet die Stimmbevölkerung schliesslich an der Urnenabstimmung vom 28. Februar 2027.

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Visualisierung: So dürfte sich die geplante Asylunterkunft im Wisengrund präsentieren.
Entwicklung der Einwohnerzahl und des Kontingents von 1.5 Prozent bis 2031.
Grundriss mit den vorgesehenen Wohneinheiten.
Der Situationsplan zeigt die Anordnung der beiden Gebäude sowie der Parkplätze.
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